Laudatio Dr. Theo Hasenau

  • Hier die Laudatio von Herrn Dr. Theo Hasenau:


    Meine sehr verehrten Damen und Herren, lieber Klaus
    Ich bin schon ein wenig stolz darauf, meinen Freund Klaus Puchmüller hier würdigen zu dürfen und, mit Verlaub, so darf ich vorweggenommen sagen: Er hat diese Ehrung verdient - der Name Klaus ist bereits aufschlussreich: Klaus, großes K und kleine Laus, wobei hier nicht der kleine Parasit gemeint ist, sondern das lateinische Wort „Laus“= Lob.
    Daher also Laudatio.
    Sein Lebensweg ist gewunden wie auch geradlinig und eben, aber auch steinig, wenn er energiegeladen, stets positiv eingestellt, manchmal einem freundlichen Rumpelstilzchen ähnelnd, des Weges hüpft. Am 1. Februar wurde er zusammen mit Zwillingsbruder Bernd in Creglingen, Baden- Württemberg geboren. Dorthin war die Familie in den Kriegszeiten evakuiert worden. Seine Eltern Else und Fritz P. kehrten 1945 nach Duisburg zurück. Mutter Else kümmerte sich aufopfernd um ihre Kinder und lehrte sie Empathie, Verantwortungsbereitschaft, Aufrichtigkeit und vor allem einen liebevollen Umgang mit den Mitmenschen. Vater Fritz war ein Freigeist, ein Duisburger Original und ein wenig ein Bohème. Sein Motto: Die Leichtigkeit des Seins! praktizierte er als kreativer Gestalter in der Duisburger Gastronomie mit der Flamingo- Bar 1958 in der Schützenburg.

    Es folgte die Lido- Bar, der Tanzpalast OK, der Tanzpalast Cha Cha Cha in Hochfeld und dann noch die Hongkong-Bar auf der Hohen Straße in der Innenstadt. Der Vater als Paradiesvogel hat Klaus einige seiner bunten Federn vererbt. In dieser Zeit erwachte auch seine Leidenschaft für die Musik, hatte er doch die Möglichkeit, in den Betrieben seines Vaters einige Größen des damaligen

    Musikgeschäftes persönlich kennen zu lernen: JochenBrauer, Hazy Osterwald, Joe Lord und die Pepe Lienhard Band.
    Umgehend erlernte er das Gitarrenspiel - was ihn auch bei den jungen Mädchen noch attraktiver erscheinen ließ, denn er war schon ein fescher Duisburger Junge.
    1960 wurde die Band Atomics gegründet, die erstaunliche Erfolge im umgebenden Ruhrgebiet verzeichnen konnte - quasi die erste „Boy Group“ in Duisburg. Es folgte eine wilde und heftige Jugendzeit mit Music, Drink & Girls; heute heißt das Sex, Drugs & Rock’n’Roll, wobei das Wort „Drugs“damals durch das Wort „Bier“ substituiert wurde (vermutlich Stauder Pils….).
    Dennoch hat er in dieser Zeit seinen beruflichen Werdegang zielstrebig beschritten: Erlangung der Hochschulreife und Studium der Betriebswirtschaftslehre mit dem Abschluss als diplomierter Betriebswirt.
    Noch schwankend, welchen beruflichen Weg er nun einschlagen sollte, Profimusiker oder kaufmännischer Bereich, wurde er durch sanften Druck seiner damaligen Frau Karin in den Vertriebs- und Marketingbereich großer, weltweit operierender Unternehmen komplementiert. Sein Motto „nicht kleckern, sondern klotzen“ führte ihn beruflich in die Führungsetagen von Coca-Cola, Asbach & Co. (Asbach- Cola - passt!) sowie der Adam Opel AG als Geschäftsbereichsleiter Teile und Zubehör Deutschland und als Direktor des Vertriebs und Internationale Entwicklung der Nordwesthandel AG und der Europart Handel AG. Er war ständig auf Tour- bis hin in die Vereinigten Staaten. „War ganz gut da“, sagt er, „Leute wie Du und ich, und wie hier!“

    2001, als das Rentenalter langsam in taktische Reichweite kam, reaktivierte er die alte Band Atomics. Die jetzt alten Säcke hatten immer noch Bock auf Rock mit der Atomics Revival Band, die mit unglaublicher Chuzpe und Begeisterung das gesamte Ruhrgebiet, besonders Duisburg, Neudorf und Umgebung gekonnt beschallt. Klaus liebt seine Heimat, besonders aber diesen liebenswerten Stadtteil Neudorf, immerhin lebt seine Familie dort seit fast 60 Jahren in der Scheffelstraße. Der Mensch Klaus Puchmüller ist ein Philosoph. So etwas ist man nicht à priori, sondern ist geistig hart erarbeitet. Seine Devise ist: Siehe - erkenne - denke - handle! Seine Liebenswürdigkeit fußt auf einer subtilen Auffassungs- und Verständnisgabe, die er seinen Mitmenschen unaufdringlich darbietet.
    Klaus liebt Bonmots und Aphorismen, besonders jene die von feingeistigem fernöstlichen Geist zeugen: Man muss den Brunnen graben, bevor man durstig ist! Das Gras wächst nicht schneller, denn man daran zieht! (Wobei Konfuzius damals noch nicht ahnte, dass man im 21. Jahrhundert sehr viel am Gras zieht.)
    Eine Inschrift von Schiller in der Fassade des Duisburger Theaters: „Mit allen seinen Höhen, allen seinen Tiefen roll ich das Leben ab vor Deinem Blick. Wenn Du das große Spiel der Welt gesehen, so kehrst Du reicher in Dich selbst zurück“, versteht er als Postulat. Auch der Lebensweg von Klaus war, wie bei uns allen, häufig steinig und steil und tränenreich. Der frühe Tod zweier Ehefrauen und die derzeitige schwere Erkrankung seiner Schwester, um die er sich bis heute liebevoll kümmert, haben ihn zeitweise den giftigen Biss einer Lebenskrise spüren lassen, die er aber mit unglaublicher Energie geschultert hat.
    Um all dies verarbeiten zu können, entschloß er sich 2009 seine körperlichen und spirituellen Grenzen auszuloten, indem er allein von St. Jean Pied-le-Port nach Murcia den 1090 km langen Jakobsweg wanderte. Auf diesem Weg hat er eine Befreiung seines Geistes erfahren, die ihn die Welt mit anderen Augen sehen läßt: Genügsamkeit, Freundlichkeit, menschliche Wärme und
    Durchhaltevermögen prägen nun seine Sicht auf aller Welt Dinge.


    Unter dem Eindruck dieser Erlebnisse wurde er zum Autor: "Ankommen ist ein großes Glück“ ist der Titel des Büchleins, in dem er seine mentale Metamorphose beschreibt (es liegt übrigens im Foyer zur Ansicht aus…). Wer aber nun glaubt , Klaus reichen die neuen Wahrnehmungen für den Rest seines Lebens, der irrt: 2014 beschritt er den Jakobsweg zusammen mit seiner Lebensgefährtin Christina Büsen von Hendaye ein zweites Mal und konnte so mit einer weiteren sportlich- mentalen Leistung seine Wahrnehmungen konsolidieren und verfeinern.
    Ich lernte Klaus im Januar 1991 in Oberstaufen im Allgäu kennen. Dort war ich zu einer Schrothkur, ich wollte einige Kilo abspecken. Zur Erläuterung: dort bekommt man keinen Schrot zu essen - eigentlich bekommt man gar nichts. Zum Ausgleich darf man Weißweinschorle trinken. Es gibt kleine und große Trinktage und Trockentage, die sich aber in nichts unterscheiden: man trinkt immer Schorle.
    Klaus und sein Freund Heribert Hogenkamp erschienen im Hotel und bauten in der Schrothlerbar eine Musikanlage auf und erfreuten alle Anwesenden mit selbst gemachter Musik. Auch andere Gäste durften sich beteiligen. Wir drei hatten eine Woche lang ständig alle Lampen an. Seitdem sind wir durch eine intensive Freundschaft verbunden, die durch persönliche Wertschätzung, Achtung und gegenseitiges Geben und Nehmen bestimmt wird.
    So ist der Klaus. Er hat seine Ehrung verdient!

    Ach ja Klaus Leben ist wie Zeichnen ohne Radiergummi…

    Herzlichen Dank